SV Germania Fritzlar war nur in der Abwehr spitze

Führte Fritzlar zu einem klaren Sieg: Spielmacherin Esther Meyfarth. © Hahn

Fritzlar. Die abgelaufene Handball-Saison der Frauen in der 3. Liga Ost hatte an Spannung einiges zu bieten – und endete dramatisch.

Auf- und Absteiger

Denn: Die Titelträume des lange Zeit souveränen Spitzenreiters HSG Gedern/Nidda platzten eigentlich am letzten Spieltag. So zeigte das Team von Trainer Christian Breiler Nerven und ging bei der TSG Ober-Eschbach 20:30 unter – mit der Folge, dass die Mittelhessinnen auf der Zielgerade noch von der SG Kleenheim abgefangen wurden. Weil die jedoch ihr Aufstiegsrecht nicht wahrnahmen, gehen die HSG-Handballerinnen in der kommenden Saison trotzdem in der 2. Liga an den Start. Am Tabellenende herrschte schon vor dem letzten Spieltag Klarheit. Den Gang in die Oberliga müssen die HSG Plesse-Hardenberg, der TuS Kriftel und der HV Chemnitz antreten.

Germania Fritzlar

Die Domstädterinnen spielten eine durchwachsene Saison, erreichten dennoch ihr Ziel und schlossen auf dem dritten Platz ab. Dabei holte das Team sogar einen Punkt mehr als in der Spielzeit 2016/17. Allerdings präsentierte sich die Germania auch diesmal als launische Diva. Starken Auftritten wie beim Sieg über Tabellenführer Gedern/Nidda standen zähe Partien gegenüber. So ließen die SVG-Handballerinnen in eigener Halle Punkte gegen Eddersheim und Mainz liegen. Und blamierten sich bei der 21:24-Pleite bei Aufsteiger Birkenau.

Trainerwechsel

Die Trennung von Viktoria Marquardt im Dezember und die Verpflichtung von Lazar Constantin „Lucky“ Cojocar als neuen Fritzlarer Coach blieb nicht der einzige Trainerwechsel. Kleenheim leistete sich mit Tobias Lambmann, Johannes Wohlrab und Julian Reusch gleich drei Übungsleiter. Ähnlich turbulent ging es bei der FSG Ober-Eschbach zu. Für Slobodan Jankovic war bereits nach drei Spieltagen Schluss. Sein Nachfolger Holger Hölzinger warf nach nur fünf Spielen aufgrund eines Streits mit FSG-Manager Gerhard Döll das Handtuch. Auf ihn folgte der frühere Hüttenberger Zweitliga-Spieler Marc Langenbach.

Serientäter

Die längste Siegesserie startete Gedern/Nidda. Nach neun Erfolgen ließen die Mittelhessinnen erst am zehnten Spieltag beim 23:23 in Kleenheim den ersten Punkt liegen. Aufsteiger Plesse-Hardenberg musste hingegen die längste Durststrecke verkraften. Nach zehn Pleiten in Folge gelang am 16. Dezember gegen Kriftel (22:14) der erste Sieg.

Offensive

Nur 6415 Treffer wurden in der Ost-Staffel erzielt – so wenig wie in keiner anderen 3. Liga (Die West-Staffel ist mit 7269 Treffern top). Im Schnitt sahen die Zuschauer 48,6 Tore. Am spielfreudigsten präsentierte sich in der Offensive Leipzig mit 590 Toren, während Schlusslicht Plesse-Hardenberg gerade einmal 446 Treffer erzielte. Ausgerechnet die Begegnung zwischen den beiden Teams war die torreichste der gesamten Saison (37:28). Die wenigsten Treffer hingegen fielen in der Partie zwischen Gedern/Nidda und Fritzlar (19:17). Bei der Germania haperte es in der Offensive. 535 Tore erzielte das Team. Nur Plesse, Chemnitz, Kriftel und Birkenau trafen seltener.

Abwehr

Die Fritzlarer 6:0-Deckung um Esther Meyfarth und Neuzugang Vilte Duknauskaite war auch in dieser Saison eine Bank. Im Schnitt kassierte die Germania gerade einmal 21,5 Tore – das ist spitze. Zudem war auf Vanessa Maier und Lea Gürbig im SVG-Kasten Verlass. Aufsteiger Kriftel legte hingegen wenig wert auf Defensivarbeit und kassierte im Schnitt 29 Treffer pro Partie.

Zuschauer

Sahen 2016/17 im Schnitt noch 178 Zuschauer ein Spiel, waren es in dieser Spielzeit rund 225 pro Partie. Damit verfügte die Ost-Staffel über die meisten Zuschauer aller Drittliga-Staffeln.

Fritzlar überrollt Birkenau mit 37:20 und wird Dritter

Führte Fritzlar zu einem klaren Sieg: Spielmacherin Esther Meyfarth. © Hahn

Fritzlar. Mit einem fein herausgespielten 37:20 (20:11)-Erfolg gegen den TSV Birkenau revanchierte sich der SV Germania Fritzlar für die überraschende 21:24-Hinspielniederlage und festigte den dritten Platz in der 3. Handball-Liga Ost.

Probleme hatten die Gastgeberinnen nur in der Anfangsphase, als ihre Abwehr keinen Zugriff fand und der TSV-Rückraum für einen 7:5-Vorsprung des Tabellenneunten sorgte (6.). Dann kippte das Spiel. Fritzlars Defensive gewann an Stabilität und im Angriff hatte die umsichtige Spielmacherin Esther Meyfarth immer eine Lösung gegen die offensive Deckung der Birkenauerinnen parat. Die war zudem machtlos gegen die erste und zweite Welle der Fritzlarerinnen, die über 12:7 (14.) und 17:9 (20.) einen 20:11-Halbzeitvorsprung herauswarfen. Auch danach war`s eine einseitige Angelegenheit, weil nun bei der Germania vornehmlich Maria Kiewa und Xenia Ahrend Gas gaben und sich schon mal für die kommende Saison empfahlen.

21.04.2018 / hna.de / Ralf Ohm / Foto: Hahn

 

SV Germania Fritzlar peilt mit Sieg zum Abschluss den dritten Platz an

In guter Form: Maria Kiwa drängt sich in Fritzlar auf und peilt mit ihrem Team zwei Punkte gegen Birkenau an. © Hahn

Fritzlar. Das Saisonziel ist greifbar nahe: Mit einem Sieg über den TSV Birkenau können die Handballerinnen des SV Germania Fritzlar die Saison in der 3. Liga Ost als Dritter abschließen (Sa. 17 Uhr, Sporthalle König-Heinrich-Schule).

„Alles andere als zwei Punkte kommt nicht in Frage“, stellt Lucky Cojocar fest. Fritzlars Trainer nimmt sein Team ebenso wie vor einer Woche gegen die SG TSG/DJK Mainz-Bretzenheim in die Pflicht. Da gelang es der Germania, sich für eine Hinspielniederlage zu revanchieren. Während das 20:22 gegen Mainz-Bretzenheim noch verzeihbar war, so war das 21:24 in Birkenau der Tiefpunkt in dieser Runde.

Ein hausgemachter sogar, denn Ex-Trainerin Viktoria Marquardt hatte das Team coachen müssen, obwohl ihre Entlassung zur Winterpause schon zehn Tage beschlossene Sache war. Zwei unverhoffte Punkte, die ihren Teil zum vorzeitigen Klassenerhalt des TSV beitrugen. Kein Grund für Cojocar, sich zu sehr mit dem Gegner zu beschäftigen. +

„Wir schauen nur auf uns und müssen da weitermachen, wo wir letzte Woche beim Sieg in Mainz aufgehört haben“, betont der Rumäne. Und meint damit eine bärenstarke Teamleistung als Trotzreaktion auf die Personalsituation. Denn nach Kreisläuferin Lorena Lorenz (Schwangerschaft), Torhüterin Vanessa Maier (Nabelbruch) fehlt nun auch Außen Anna Holeczy (doppelter Bänderanriss), so dass der Kader auf zehn Spielerinnen reduziert daherkommt.

Das ist eine Chance gleichwohl für diejenigen, die bislang vergleichsweise wenig Spielanteile hatten. Ein Sonderlob verdiente sich in Mainz Torhüterin Lea Gürbig, die das Vertrauen Cojocars zurückzahlt: „Das war excellent. Leas Entwicklung ist phänomenal und das Zusammenspiel mit der Abwehr klappt immer besser“, betont der Sportliche Leiter Steffen Schmude.

Ein zweiter Neuzugang kommt im Schlussspurt der Saison richtig in der 3. Liga an. Maria Kiwa nämlich, die auf halblinks in Mainz nicht nur mit zwei Toren erfolgreich war und sich selbstbewusst auch einen Siebenmeter schnappte. „Maria hat meine Erwartungen übertroffen“, lobt Cojocar. Ein Signal nebenbei für die kommende Saison, wenn der neue Trainer nach einer sechswöchigen Sommerpause richtig mit seiner Arbeit beginnen kann. Aber noch gilt es, die aktuelle Vorgabe als Dritter zu erfüllen.

Sebastian Schmidt // 20.04.2018 // hna.de // Foto: Hahn

3. Liga Ost Frauen: Germania Fritzlar siegt sicher in Mainz

Melina Horn © Hahn

Mainz. So was hat ein Trainer gern. „Zweimal im Laufe einer Saison gegen die gleiche Mannschaft verlieren geht nicht“, hatte Constantin Cojocar, Trainer des SV Germania Fritzlar seinen Schützlingen vor der Auswärtspartie bei der SG TSG/DJK Mainz-Brezenheim eingeschärft.

Und damit unverblümt eine Revanche für die 20:22-Hinspielniederlage gefordert. Er sollte sie bekommen. Mit 28:22 (14:11) triumphierte der heimische Handball-Drittligist und hatte sich damit ein dickes Kompliment ihres Coaches verdient: „Die Mannschaft hat begriffen, um was es ging. So stelle ich mir Handball vor.“

Besonders zufrieden war der „Chef“ mit dem Spiel seiner Schützlinge in der Anfangsphase. „Da haben wir richtig Tempo gemacht“, freute er sich über einen Fritzlarer Tempogegenstoß-Express, der den Gegner zu überrollen drohte. Der biss sich an der stabilen 6:0-Deckung der Gäste mit einer erneut überragenden Torfrau Lea Gürbig die Zähne aus und wurde über die erste und zweite Welle klassisch ausgekontert. Die Folge: Die Nordhessinnen zogen über 3:0 (6.), 5:2 (10.) auf 12:6 (21.) davon.

Allerdings: Noch war der ehemalige Zweitligist nicht geschlagen, kam durch einen 5:0-Lauf (zum 11:12, 29.) zurück, weil die Domstädterinnen ihrer kräftezehrenden Spielweise Tribut zollen musste.

Doch das Luftholen dauerte nicht lange. Esther Meyfarth nahm die Zügel des SVG-Spiels wieder fester in die Hand und stieß selbst mit drei Treffern zum 11:16 (34.) in die Lücken der SG-Deckung, die die Regisseurin nie in den Griff bekam. Ebenso wenig wie Vilte Dukauskaite, die verlässlich aus der zweiten Reihe traf.

Horn überragte

Oder wie Melina Horn, der „Lucky“ Cojocar ihr „bestes Saisonspiel“ attestierte. Denn: Die Linkshänderin rackerte 60 Minuten in Abwehr und Angriff und erzielte sechs Feldtore. Damit kam der Fritzlarer Rückraum auf 20 der 28 erzielten Treffer und stach die Mainzer Aufbaureihe (14) ganz klar aus.

Mit dem 14. Saisonsieg haben die Domstädterinnen die Weichen für ein spannendes Saisonfinale (am Samstag um 17 Uhr gegen Birkenau) gelegt. Denn mit Fritzlar, SC Markranstädt und HSG Kleenheim, die Gedern/Nidda mit einem 23:19-Erfolg die Meisterfeier verdarb, streiten noch drei Teams um die Vize-Meisterschaft.

Fritzlar: Gürbig; Dietrich 4, Huck 1, Ahrend, Puntschuh 1, Horn 6, Meyfarth 9/3, Duknauskaite 5, Dreyer, Kiwa 2/1.

SR: Johnen/Müller.

Siebenmeter: 3/2:6/4.

Zeitstrafen: 2:2-Min.

SV Germania Fritzlar sinnt in Mainz auf Revanche

Constantin Cojocar © Hahn

Fritzlar. Wenn die Spielerinnen des SV Germania Fritzlar nach dem letzten Spieltag die aktuelle Saison der 3. Handball-Liga Ost Revue passieren lassen werden, dürfte eine Partie noch mal für richtig Unmut sorgen.

Das 20:22 gegen die SG TSG/DJK Mainz-Bretzenheim nämlich, die bisher einzige Heimniederlage der Domstädterinnen. Vielleicht fällt der nachträgliche Unmut ja auch etwas gedämpfter aus. Dann nämlich wenn im kommenden Duell beim ehemaligen Zweitligisten (Sa. 19.45 Uhr IGS Mainz-Bretzenheim) die wiedergutmachung gelingt.

„Zweimal innerhalb einer Saison gegen die gleiche Mannschaft zu verlieren geht gar nicht“, bestätigt Trainer Constantin Cojocar die Fritzlarer Revanchegelüste. In dem vollen Bewusstsein, „dass für einen Sieg bei uns alles stimmen muss.“ Die traditionell sichere Abwehr um Esther Meyfarth ist dabei das geringere Problem.

Das größere: das 6:0-Bollwerk der SG, die auch nur 13 Gegentore mehr als die Germania kassiert hat. Dank des starken Mittelblocks mit Kreisläuferin Hanna Dankwardt und Lena Kahnert. Die frischgebackene Polizei-Europameisterin, die zudem im Angriff (90 Feldtore) einen Lauf hat. Noch übertroffen von Rückraumkollegin Katharina Mack (106). Dafür, dass Mainz nicht nur aus der zweiten Reihe gefährlich ist, sorgt u.a. Linksaußen Linda Bach.

„Unsere Stärke ist unsere gute Balance“, sagt daher Trainer Christian Grzelachowski, der mit dem bisherigen Abschneiden (5. Platz) durchaus zufrieden ist. Mehr war nach Meinung des 37-Jährigen ehemaligen Zweitliga-Coaches der Vulkan Ladies nach dem Kreuzbandriss von Linkshändern Kim Maren Quetsch, die auch gegen Fritzlar ausfällt, nicht drin. Mehr soll aber mit leicht verstärkter Mannschaft in der nächsten Saison möglich sein, wenn (nach dann drei Jahren) die Rückkehr in die 2. Liga angepeilt wird.

Im letzten Heimspiel geht es darum, „uns bei unseren Fans mit einer guten Leistung für die tolle Unterstützung zu bedanken“ (Grzelachowski). Die soll dann möglichst in den neunten Heimsieg münden. Um damit Fritzlar in der Tabelle zu überholen und so den Sieg bei der Germania noch zu vergolden.

13.04.2018 // hna.de // Ralf Ohm // Foto: Hahn

Meyfarth führt Germania Fritzlar zum 24:21-Sieg gegen HC Leipzig

Glänzte als Antreiberin und Vollstreckerin: Fritzlars Spielmacherin Esther Meyfarth, die hier der Leipzigerin Sharleen Greschner (links) entwischt und einen ihrer sieben Treffer erzielt. © Hahn

Fritzlar. Auf einmal lief‘s bei Germania Fritzlar. Plötzlich wurde aus einem ausgeglichenen Spiel ein einseitiges. Unversehens war‘s um Gegner HC Leipzig geschehen. Nach einem 6:0-Lauf zum 20:13 nach 47 Minuten nämlich – die Vorentscheidung. Und auch wenn die Gäste danach noch etwas Ergebniskosmetik betrieben, war am 24:21-Erfolg des heimischen Handball-Drittligisten nicht mehr zu rütteln.

Allerdings: Viel Zeit zum Jubeln hatten die Fritzlarerinnen nach dem Abpfiff nicht, denn Trainer Cojocar bat sogleich zu einer kurzen Besprechung. „Wir können es besser“, schärfte er seinen Schützlingen ein. Besser als in den letzten 13 Minuten, „als wir nur noch von unserem Sieben-Tore-Vorsprung gelebt haben.“ Wie gut sie es können, zeigten sie nach der Pause, als die Partie kurzzeitig zugunsten der Leipziger Talente zu kippen drohte. Lucie-Marie Kretzschmar und Julia Weise, in der ersten Hälfte bis zur 20. Minute geschont, hatten gerade für eine 12:10-Führung des Ex-Meisters gesorgt (32.), ehe Esther Meyfarth entschlossen die Sache in die Hand nahm.

Mit vier Treffern in Folge schaffte die Spielmacherin die Wende im Alleingang, ehe sich dann auch ihre Nebenleute fingen. Xenia Ahrend etwa mit knallharten Würfen aus der Halbdistanz oder auch Melina Horn, die sich nun endlich traute. „Wir haben unsere Chancen disziplinierter herausgespielt und auch besser genutzt“, lobte Constantin Cojocar seine Offensivabteilung, während Kollegin Marion Mendel mit vielen vergebenen Möglichkeiten ihres Teams haderte.

Die gingen größtenteils auf das Konto einer überragenden Lea Gürbig, die ihren Kasten phasenweise zunagelte. Die Torfrau hatte schon in der ersten Hälfte, als die Partie noch auf des Messers Schneide stand, mit ihren elf Paraden dafür gesorgt, dass ihre Mannschaft trotz erheblicher Probleme mit der gegnerischen 6:0-Deckung immer im Spiel blieb. „Meine Vorderleute haben es mir aber auch leicht gemacht, in dem sie die Schützen immer rechtzeitig störten“, gab die 23-Jährige die Komplimente an ihre Vorderleute weiter.

Trotzdem ist die Entwicklung der langjährigen Torhüterin der SVG-Reserve, die erst in dieser Saison fest ins Drittliga-Team aufstieg, bemerkenswert. Nach Maiers Verletzung meisterte sie die alleinige Verantwortung im Tor mit Bravour. „Vielleicht ist der Druck ja sogar positiv“, mutmaßte die ehemalige Nummer zwei. Die nun Lunte gerochen hat und auch die letzten beiden Spiele gewinnen will. In diesem Fall wäre sogar noch die Vize-Meisterschaft möglich. Fritzlar: Gürbig (18 Paraden/21 Gegentore); Dietrich 2, Holeczy, Huck 5/2, Ahrend 3, Puntschuh, Horn 5, Kerwin, Meyfarth 7/2, Duknauskaite 2, Dreyer, Kiwa. Leipzig: Kröber (9/16), Keller (ab 45., 3/8); Uhlmann 1, Anosrge 3/2, Weise 3, Kerestely 5/2, Theilig, Schierbok 2, Guderian 2, Greschner, Kretzschmer 4, Buth, Röpcke 1, Conrad. SR: Hehn/Tauchert. – Z.: 300. Siebenmeter: 5/4:7/4. Strafzeiten: 8:2-Minuten.

09.04.2018 // Ralf Ohm // hna.de // Foto: Hahn

Fritzlar ist gegen Leipziger Tormaschine hart gefordert

Fritzlar/Leipzig. Im Hinspiel war‘s ein Spitzenspiel, am Sonntag (17 Uhr Sporthalle der KHS) treffen sich der SV Germania Fritzlar und der HC Leipzig zum Verfolgerduell der 3. Handball-Liga Ost. Ohne Aussicht zwar, noch in den Aufstiegskampf eingreifen zu können, aber mit ungebrochenem Ehrgeiz.

„Wir wollen noch mal richtig Gas geben“, sagt SVG-Trainer Lucky Cojocar. Und seine Kollegin Marion Mendel verspricht: „Wir werden alles mobilisieren.“

Angesichts der Doppelbelastung ihrer Mannschaft, identisch mit der A-Jugend des Ex-Meisters, die tags zuvor im Viertelfinale-Hinspiel bei der HSG Blomberg-Lippe ran muss, durchaus ein Kraftakt. Aber, so Fritzlars Coach, für die Gastgeber kein Vorteil. Denn: „Das ist Leipzig gewohnt und steckt das sicherlich weg.“

Es bleibt damit bei seiner eindringlichen Warnung vor dem Tempospiel der Gäste, die pro Spiel im Durchschnitt 70 bis 80 Angriffe fahren und dank ihrer unwiderstehlichen ersten und zweiten Welle die torgefährlichste Offensive stellen. Die nun auf die beste Defensive der Liga trifft. „Wir müssen unsere eigenen Angriffe sicher ausspielen. Außerdem kommt‘s auf unser Rückzugverhalten an“, lautet das Gegenmittel von Lazar Constantin Cojocar, der die Mannschaft auch in der nächsten Saison trainieren wird.

Dank der variablen Xenia Ahrend („Sie kann jederzeit gute Akzente setzen“) will er dabei im Rückraum möglichst häufig rotieren lassen. Und baut im Tor erneut auf Lea Gürbig, die durch den Ausfall von Vanessa Maier (verletzt) wieder auf sich allein gestellt ist. Für ihren Mentor kein Problem: „Ich vertraue ihr. Sie hat in den letzten Wochen hart gearbeitet und sich stark verbessert.“

Bei Leipzig sind die angeschlagenen Celina Matthey, Lena Plate und Lucie-Marie Kretzschmar fraglich. Die Tochter von Ex-Nationalspieler Stefan Kretzschmar, die Lucky Cojocar aus dem Talentschuppen hervorhebt. „Sie kann hart und gezielt aus der zweiten Reihe werfen, hat aber auch ein gutes Auge für ihre Mitspielerinnen“, beschreibt der die Stärken der Jugendnationalspielerin.

Mit der von einigen Klubs umworbenen Linkshänderin Julia Weise, mit 79 Treffern derzeit die erfolgreichste Leipziger Torschützin, bildet sie ein Rückraumduo der Extraklasse. Genug Gelegenheit also für Lea Gürbig, sich auszuzeichnen. Und das Vertrauen ihres Trainers zu rechtfertigen.

06.04.2018 // Ralf Ohm // hna.de // Foto: Hahn

28 Tore reichten nicht – SVG Fritzlar nach Niederlage aus dem Titelrennen

Unterlag mit Fritzlar: Torfrau Lea Gürbig. Foto: Hahn

Makranstädt. Das Thema Meisterschaft in der 3. Handball-Liga Ost hat sich für den SV Germania Fritzlar erledigt.

Im Verfolgerduell beim SC Markranstädt unterlagen die Domstädterinnen trotz einer starken Angriffsleistung mit 28:31 (16:18). Damit ist die Germania auf den vierten Platz mit fünf Punkten Rückstand auf Spitzenreiter HSG Gedern/Nidda zurückgefallen.

„Es war viel Tempo im Spiel und wir haben vieles von dem umgesetzt, was wir uns im Training erarbeitet hatten. Leider haben wir einige technische Fehler zu viel gemacht“, sagte Lorena Lorenz, die den verhinderten Trainer Lucky Cojocar vertrat. Ebenso musste kurzfristig Lena Kerwin passen. Dafür waren die zuvor erkrankten Rückraumspielerinnen Esther Meyfarth und Maria Kiwa an Bord.

Aufbauend auf die sichere Torfrau Lea Gürbig, die 60 Minuten auf sich allein gestellt war, fanden die Gäste gut ins Spiel. „Wir haben uns gegen die offensive Abwehr des Gegners gut bewegt“, lobte Lorenz. Bibiana Huck per Siebenmeter, Spielmacherin Meyfarth und Lena Dietrich per Doppelschlag sorgten für eine 4:2-Führung (6.). Dabei wussten die Außen Dietrich und Huck mit Einläufern zu überzeugen. Und weil auch Kreisläuferin Hannah Puntschuh kluge Sperren zeigte, hatten die Rückraumspielerinnen Meyfarth, Vilte Duknauskaite (halblinks) und Melina Horn immer wieder Räume, die sie konsequent ausnutzen konnten. Mit der Folge, dass Fritzlar bis zum 13:11 (18.) vorn lag. Dann stellten die Piranhas auf eine 6:0-Deckung um, was den Gästen nicht schmeckte. Zudem rückte Sarah Laneus für die erfahrene Mikszto zwischen die Pfosten und hinterließ einen starken Auftritt.

Noch besser war nur die erst 18-jährige Kreisläuferin Michelle Paluskiewicz, die selbst sechs Tore erzielte, und viele Treffer der Rückraumspielerinnen Jasmin Helen Müller (7/2-Treffer), Jenice Funke (8) und Lena Smolik (6) klug auflegte. Über 18:16 (30.) und 23:19 (41.) zog das Team von Trainer Torsten Löther auf 25:20 (44.) davon.

Fritzlar bewies Moral, holte auf und kam durch die formstarke Duknauskaite zum 27:27-Ausgleich (56.). „Dann haben wir leider zwei, drei Freie liegengelassen und Markranstädt hat sich den Sieg verdient“, gab Lorenz nach dem torreichsten Spiel der Germania in dieser Serie fair zu. Seit dem 6. November 2016 (23:33 bei der SG 09 Kirchhof) haben die Domstädterinnen nicht mehr so viele Gegentreffer kassiert.

Fritzlar: Gürbig – Dietrich 2, Holeczy, Huck 8/4, Ahrend 2, Puntschuh 1, Horn 3, Meyfarth 5, Duknauskaite 4, Dreyer 1, Kiwa 2.

SR: Borchardt/Grude. Zuschauer: 160. Siebenmeter: 2/2:4/4. Zeitstrafen: 14:10 Minuten. (sbs)

hna.de // 25.03.2018 // Sebastian Schmidt // Foto: Hahn

SV Germania Fritzlar vor hoher Hürde Markranstädt

Lorena Lorenz. Foto: Hahn

Fritzlar. Auf ins nächste Verfolgerduell: Nach dem 27:27 gegen Eddersheim sind die Handballerinnen des SV Germania Fritzlar am Samstag bei Tabellennachbar SC Markranstädt gefordert (19 Uhr, Sportcenter Markranstädt), der nur einen Punkt hinter den drittplatzierten Domstädterinnen liegt.

„Markranstädt ist sehr heimstark. Das wird ein richtiges Kampfspiel“, sagt Lucky Cojocar. Fritzlars Trainer ist zum zweiten Mal in Folge allerdings nicht in der Halle. Es dürfte das letzte Mal in dieser Saison sein und ist der Tatsache geschuldet, dass der frühere rumänische Nationalspieler eigentlich erst für die kommende Runde als Nachfolger für Viktoria Marquardt vorgesehen war.

Mit seiner Vertreterin ist Cojocar voll zufrieden. „Lollo hat das gegen Eddersheim super gemacht. Wir tauschen uns regelmäßig aus, so dass sie die Mädels auch gegen Markranstädt super einstellen wird“, sagt der Trainer, der Lorena „Lollo“ Lorenz zuvor in Kleenheim coachte. Nun müssen er und die 30-Jährige, die nächste Saison in der Rückrunde wieder angreifen möchte, erneut improvisieren. Im Tor ist Lea Gürbig auf sich allein gestellt, weil Vanessa Maier weiterhin erkrankt passen muss. Ein Schicksal, dass auch Esther Meyfarth droht. Die Spielmacherin fehlte zuletzt grippegeschwächt im Training. Erst am Samstag wird sich entscheiden, ob sie eingesetzt werden kann. Dritte im Bunde ist Rückraumspielerin Maria Kiwa, die sich ebenfalls mit einer Erkältung plagt. Immerhin: Kreisläuferin Hannah Puntschuh, die gegen Eddersheim einen Schlag ins Gesicht bekam, ist fit.

„Als Mannschaft lösen wir diese Probleme sehr gut. Jetzt ist Bewegung angesagt“, erklärt Cojocar mit Blick auf den Vergleich mit den Piranhas, wie das Team aus der Kleinstadt im Landkreis Leipzig genannt wird. Die Außen sollen immer wieder zur Mitte ziehen, zudem sind Einzelaktionen – etwa von Xenia Ahrend – gefragt. Gegen eine Torfrau, die bundesliga-erfahren ist. Denn Patrycja Mikszto spielte zuvor für Halle-Neustadt und Koblenz/Weibern. Vor der Polin verteidigt der SCM offensiv und variabel. Und hat im Verlaufe der Saison unter Trainer Torsten Löther an Fahrt aufgenommen. Nach dem 25:26 im Hinspiel gewann Markranstädt neun von elf Spielen – und ist somit ein Gegner auf Augenhöhe. (sbs)

Sebastian Schmidt // 22.03.2018 // hna.de // Foto: Hahn/nh

Duknauskaite rettet Punkt

Fritzlar. Ihr Debüt auf der Bank beim Handball-Drittligisten SV Germania Fritzlar hat sich Lorena Lorenz, die den beruflich verhinderten Trainer Lucky Cojocar vertrat, sicher anders vorgestellt. „Das war ein gewonnener Punkt“, sagte die 30-Jährige dennoch nach dem 27:27 (12:16) gegen die TSG Eddersheim. Womit die SVG-Handballerinnen weiterhin auf dem dritten Tabellenplatz verbleiben.

Griffiges Duell: Fritzlars Vilte Duknauskaite (am Ball) muss sich hier einen Textiltest von Eddersheims Stefanie Güter unterziehen. Die Halblinke war mit acht Toren die treffsicherste Domstädterin. Foto: Hahn

Dabei waren die Domstädterinnen gut gestartet. Aufbauend auf den Paraden von Torhüterin Lea Gürbig führte die Germania schnell mit 3:1 (3.) und 7:3 (12.). Dann kam Eddersheim nach einer Auszeit von Trainer Tobias Fischer besser ins Spiel. „Unsere Abwehr stand nicht mehr so gut“, bekannte Linkshänderin Melina Horn. Die sich bietenden Räume nutzten vor allem TSG-Spielmacherin Hanna Aylin Özer sowie die Halblinke Xenia Klug. Beim 9:8 durch Rechtsaußen Tabea Schweikart (17.) hatten die Gäste die Partie gedreht. Und sich beim 13:9 (25.) gar einen deutlichen Vorsprung erspielt. Zu allem Überfluss schied SVG-Kreisläuferin Hannah Puntschuh nach einem Gesichtstreffer aus. Vanessa Maier (krank) stand erst gar nicht zur Verfügung.

Für Puntschuh sprang nach Wiederanpfiff am Kreis Xenia Ahrend in die Bresche. „Sie hat das sehr gut gelöst“, lobte Lorenz die Rückraumspielerin. Zudem sorgten aus der zweiten Reihe Horn und Meyfarth für Torgefahr. Und auch Vilte Duknauskaite legte ihre Zurückhaltung ab. „Wir waren von allen Positionen gefährlich“, freute sich Lorenz. So drehte die Germania nach dem 20:16 durch TSG-Kreisläuferin Lena Thoß (43.) auf. Die starke Duknauskaite verkürzte auf 19:20 (46.), Anna Holeczy erzielte wenig später den Ausgleich (20:20, 47.). Und als Ahrend ein Zuspiel von Duknauskaite zum 24:23 (56.) verwertete, schien der heimische Drittligist die Wende eingeleitet zu haben.

Doch die Gäste gaben sich nicht auf und hatten Glück, als Kreisläuferin Thoß einen Abpraller zum 26:26 (59.) verwerte. Beim 27:26 durch Klug drohte dem SVG sogar eine Pleite, doch Spielmacherin Özer setzte den Ball im Tempogegenstoß neben das Tor. Duknauskaite gelang mit ihrem achten Treffer schließlich noch der glückliche Ausgleich. „Im Rückraum lief es heute richtig gut, aber wir dürfen uns solche Schwächephasen einfach nicht erlauben“, haderte Horn mit der eigenen Leistung.

Fritzlar: Gürbig (1.-60. Min., 11 Paraden/27 Gegentore), Römer – Dietrich 2, Holeczy 1, Huck 1/1, Ahrend 3, Puntschuh 1, Horn 5, Kerwin 1, Meyfarth 5, Duknauskaite 8, Dreyer, Kiwa.

Eddersheim: Brennigke (1.-55., 9/25), Priester (55.-60., 1/2) – Özer 6/2, Flebbe 1, Klug 6, Müller, Güter 6/3, Krämer, Elter 3, Thoß 3, Schweikart 2, Kempf.

SR: Baumann/Dauth. Zuschauer: 250 Siebenmeter: 1/3:5/6. Zeitstrafen: 0:4 Minuten.

18.03.2018 // Von Marcel Glaser // hna.de // Foto: Hahn

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