SVG psychologisch im Vorteil

Kirchhof mit mehr Druck – Germania mit mehr Selbstvertrauen –
Wie läuft‘s ohne Mihai?
 
Von Ralf Ohm

Fritzlar/Kirchhof.
Derbys sind auch - und bisweilen vor allem - Nervensache. Schon bevor der erste Ball geworfen, das erste Tor gefallen ist. Das gilt für das Spitzenspiel der 3. Handball-Liga Ost zwischen dem SV Germania Fritzlar und der SG 09 Kirchhof (So. 17 Uhr Sporthalle der König-Heinrich-Schule) in besonderem Maße. Schließlich geht‘s nicht nur ums Prestige. Denn: Der Gastgeber will sich für die Hinspielniederlage revanchieren und der Gast hat den Aufstieg im Visier. Psychologisch scheint angesichts der Voraussetzungen diesmal die Germania leicht im Vorteil.
1. Die Favoritenrolle: Ein weit verbreitetes Mittel, seiner Mannschaft vor solch‘ wichtigen Partien den Druck zu nehmen (und an den Rivalen weiter zu geben) ist es, sich zum Außenseiter zu erklären. Das mag im Hinspiel aus Fritzlarer Sicht angesichts des fulminanten Laufs des Rivalen noch funktioniert haben - diesmal nicht. Dagegen sprechen unter anderem Fritzlars Heimvorteil und die in den letzten Spielen unterschiedliche Form der Teams. „Es gibt keinen Favoriten und keinen Außenseiter“, sagen daher die Trainer Viktoria Marquardt und Markus Berchten unisono. Kein Vorteil.
2. Die Form: Die Germania hat sich durch zwei fulminante Siege aus ihrer Mini-Krise freigespielt, der Tabellenführer ist auf der Zielgeraden zum Titel doch nochmal ins Straucheln geraten. „Wir sind wohl in einem kleinen Tief“, gesteht SG-Torjägerin Cristina Mihai nach zuletzt nur einem Punkt aus zwei Spielen. Der Gegner dagegen spürt laut Kreisläuferin Sabine Kirmse „Rückenwind“, was sich in einem gesteigerten Selbstbewusstsein auf dem Feld niederschlagen müsste. Vorteil Fritzlar.
3. Der Derbyfaktor: Im ersten Duell in Melsungen spielten Priolli, Blase und Co. eher unbelastet nachbarschaftlicher Rivalitäten auf. Mittlerweile wissen sie, wie SG-Linksaußen Christin Kühlborn unkt, was dieses Spiel für die Spielerinnen, den Verein und die Region bedeutet. Also dürfte die Unbefangenheit der Neuzugänge Geschichte sein. kleiner Vorteil Fritzlar.
4. Der Ausfall: Natürlich werden nach der Sperre für Cristina Mihai, der alles überragende Spielerpersönlichkeit der Liga, neu gemischt. Ist der Siegesglaube der Fritzlarerinnen gestiegen. Schließlich hat ihnen im Hinspiel vor allem Kirchhofs Top-Torjägerin mit zehn Treffern den Garaus gemacht. „Sie ist die eindeutige Führungsspielerin, die gerade in kritischen Situationen Verantwortung übernimmt“, gesteht Markus Berchten ohne Umschweife. Allerdings In der Hoffnung, dass seine Mannschaft nun noch etwas enger zusammenrückt. Und Mihais Nebenleute mutig aus ihrem Schatten treten. Das wiederum macht den Gast für Viktoria Marquardt „schwerer ausrechenbar“ macht. Trotzdem: Vorteil Fritzlar.
5. Die Bedeutung: Für Fritzlar steht im Derby weniger auf dem Spiel. Denn: Kirchhof braucht nach den Patzern in den letzten beiden sieglosen Spielen noch mindestens zwei Punkte zum Wiederaufstieg. Das erhöht den Druck bei den Gästen, auch wenn Markus Berchten betont, „dass die 2. Liga keine Pflicht für die Mannschaft ist.“ Vielmehr haben seine Schützlinge nach einer erfolgreichen Saison „Lunte gerochen“ und sind nun „gierig“ darauf, ihr Werk zu vollenden, wozu sie auch nach dem Derby noch zwei (aussichtsreiche) Gelegenheiten haben. Beim Gastgeber könnten Revanchegelüste zusätzliche Kräfte freimachen, ansonsten können sie ohne Druck aufspielen. kleiner Vorteil Fritzlar.

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