Flügelzange soll rocken

Handball-Drittligist Fritzlar hat sein Team verjüngt – Vorderes Drittel im Visier

VON MICHAEL KOCH – HNA Print vom 05. September 2015 - Foto: Hahn
 
Fritzlar. Der Altersdurchschnitt wurde bei Frauenhandball-Drittligist SV Germania Fritzlar deutlich gesenkt, trotzdem will das Team eine gute Rolle in der Liga spielen.
 
Mit Frank Mai (51), der das Traineramt von Vic Marquardt übernahm, geht ein vor allem altersmäßig beachtlicher Umbruch vonstatten. Die Routiniers Jessica Kleinmann (32), Sabine Kirmse (33) und Maria Pirvan (33) haben die Mannschaft verlassen. Lena Dietrich (20, Linksaußen), Lena Kerwin (21, Rechtsaußen), Laura Giese (22, Linksaußen) und Xenia Ahrend (20, Linksaußen, Rückraum) kamen neu hinzu. Es weht ein frischer Wind an der Eder, der sich auch in der Vorbereitung schon positiv bemerkbar machte. „Hätte wir mehr Wechselmöglichkeiten, könnte die Saison schon jetzt beginnen“, meinte Mai vielsagend nach der gelungenen Generalprobe gegen den Klassenkameraden Blomberg-Lippe II (32:28). Kraft und Kondition stimmen nämlich schon, lediglich der Feinschliff sowie das Erarbeiten einer zweiten Deckungsvariante neben der gewohnten 6:0 Abwehr stehen noch auf der Agenda. Und natürlich eine zusätzliche Wechseloption, denn Esther Meyfarth laboriert noch immer an ihrer alten Verletzung, dazu fielen mit Laura Denecke (Mittelfuß) und Bibiana Huck (Knie) zeitweise zwei weitere Stammkräfte aus. Was vor allem im Rückraum, wo Melina Horn und Janina Dreyer kaum Verschnaufpausen bekamen, gravierende Folgen hatte. Deshalb, auch das ist neu, avancierte kurzerhand Xenia Ahrend, auch für sie selbst überraschend zur Spielmacherin. Mit direkt positiven Folgen für die Spielweise der Domstädterinnen.
Doch wenn Johanna Fischer aus dem Rückraum zu Hannah Puntschuh an den Kreis auflöst, gleichzeitig Ahrend Druck auf die gegnerische Innenverteidigung macht und sich so alle Kräfte im Zentrum massieren, ist auf den Flügeln viel Platz für den Abschluss aus dem gebundenen Spiel.
Auch das ungewohnt für Fritzlar, das gerade bei den Außen bisher vorwiegend vom Gegenstoßspiel lebte. Vor allem Kerwin überzeugt ihren Trainer dabei bisher („Eine Augenweide, was sie bringt“). Nicht minder treffsicher präsentieren sich auf der gegenüberliegenden Seite Lena Diedrich und
Laura Giese. Wenn Huck wieder fit ist, steht Frank Mai also wieder ein ganz starkes Flügelquartett zur Verfügung. Fußend auf dem überragenden Torfrauen-Duo Vanessa Maier und Danja Auel wagt dann  der Übungsleiter auch die Prognose, trotz des Umbruchs „eine gute Rolle im vorderen Drittel“ (Mai) spielen zu können. Ganz vorn erwartet er zwar Marienberg, doch dahinter scheint alles offen.
HINTERGRUND
Ein Absteiger steht schon fest
Nach der Verkleinerung der 3. Ligen geht die Staffel Ost, in der Germania Fritzlar spielt, diesmal ohne Aufsteiger aus der Oberliga in die neue Saison. Mit Altlandsberg, Frankfurter HC und dem Berliner TSC wechseln dafür drei Teams in die Ost-Gruppe, die bisher im Norden angetreten und dem Mittelfeld zuzuordnen sind. Nicht mehr dabei sind der HC Salzland (Rückzug nach finanziellen Problemen) und die HSG Hannover-Badenstedt (wechselt in die Staffel Nord). Der MTV Rohrsen zog seine Mannschaft noch vor Rundenbeginn zurück und ist als erster Absteiger gesetzt. Der MTV wurde zu einer Geldstrafe von 2400 € verdonnert. Im vorderen Feld zu erwarten sind neben Fritzlar auch die Bundeliga-Reserven der HSG Blomberg-Lippe II sowie des HC Leipzig, der HSV Marienberg und Bayreuth. (ko)

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