Maier und 6:0-Abwehr nicht zu überwinden

Fritzlar. „Das war genau die Reaktion, die ich nach dem Derby erwartet habe“, freute sich Viktoria Marquardt, Trainerin des Handball-Drittligisten SV Germania Fritzlar. Und meinte damit den überzeugenden 33:21 (13:8)-Erfolg ihrer Mannschaft gegen den Berliner TSC, durch den die Domstädterinnen auf den vierten Tabellenplatz kletterten.

Volle Konzentration: Germania Fritzlars Linkshänderin Bibiana Huck trug sieben Treffer zum 33:21-Erfolg gegen den Berliner TSC bei. Foto: Hahn

„Wir haben endlich gezeigt, was wir können. Und sind mit Tempo in die Lücken gestoßen“, erklärte SVG-Außen Lena Dietrich das Erfolgsrezept. Grundlage des fünften Fritzlarer Saisonsieges war daneben eine überzeugende Leistung der 6:0-Deckung mit Melina Horn und Esther Meyfarth im Mittelblock. Hinter der SVG-Torhüterin Vanessa Maier zu großer Form auflief. „Wir haben eine gute, aggressive und kompakte Abwehr gespielt. Das hat uns zuletzt gefehlt“, erklärte Marquardt.

Das 1:0 durch Berlins Spielmacherin Franziska Chmurski sollte die einzige Führung der Gäste bleiben. Denn nach dem 2:2 (5.) zog die Germania, bei der Xenia Ahrend auf der Mitte und Esther Meyfarth im linken Rückraum agierten, dank der Gegenstoßtore von Dietrich und Lena Kerwin früh auf 7:2 (14.) davon. Dabei hätte die Führung durchaus höher ausfallen können, ließen die Domstädterinnen doch einige gute Torchancen ungenutzt.

Berlin hingegen kam aus dem Positionsangriff kaum zum Torwurf, weil Johanna Fischer TSC-Torjägerin Ann-Catrin Höbbel im Griff hatte und dem Rückraum mit Chmurski und Josephin Keßler gegen die aggressive Abwehr der Germania nur wenig einfiel. Erst mit der Hereinnahme von Spielmacherin Caroline Hoth lief es bei den Gästen etwas besser. Zu mehr als dem Treffer zum 6:9 (22.) reichte es aber nicht. Bis zur Pause zogen die Domstädterinnen auf 13:8 davon.

Um sich nach Wiederanpfiff noch einmal zu steigern. Gerade einmal zwei Tore gelangen den Hauptstädterinnen bis zur 49. Minute (24:12). Die Germania war zu diesem Zeitpunkt schon entscheidend enteilt, weil Dietrich und Bibiana Huck den Vorsprung per Gegenstoß weiter ausbauten. Ahrend führte auf der Mitte klug Regie führte, strahlte aber auch selber Torgefahr aus und übernahm in schwierigen Situationen Verantwortung. So zum Beispiel, als die Regisseurin in Unterzahl die bundesliga-erfahrene Linkshänderin Anja Ziemer im Eins-gegen-Eins narrte und zum 28:18 (57.) traf. „Sie hat überragend gespielt“ freute sich SVG-Trainerin Marquardt, „aber insgesamt war es eine super Mannschaftsleistung.“ Die gilt es nun zu konservieren, fordert auch Dietrich: „Dann können wir auch mal wieder einen Favoriten ärgern.“ • SVG: Maier (1.-49. Min., 19 Paraden/12 Gegentore), Oross (49.-50., und bei einem Siebenmeter, 3/9) - Dietrich 8, Huck 7/2, Fischer 1, Ahrend 4/1, Puntschuh 1, Horn 4, Kerwin 3, Meyfarth 3, Dreyer 2. Berliner TSC: Meyer (1.-48.,16/24), Skrzypczak (48.-60., 3/9) - Benisch 3, Keßler 1, Höbbel 5/5, Meyer, Schnitzer 1, Ziemer 4, Roscher, Grätz 2, Hoth, Goldhagen 2, Förster, Chmurski 3. Siebenmeter: 3/6:5/6. Zeitstrafen: 4:2 Minuten. SR: Fuß/Olsok (Leipzig). Zuschauer: 275.

Von Marcel Glaser (hna.de 13.11.2016)

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